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Alte Synagoge in Baden-Baden, Architekt: Ludwig Levy, 1899 erbaut, 1938 zerstört

 

Jom Kippur

ist der Versöhnungstag,  und das höchste jüdische Fest. Es bildet den Abschluss der zehn Busstage, die mit Rosch Haschana beginnen. An diesem Tag wird laut der Überlieferung das Urteil über die Menschen von Gott gesprochen und das Buch des Lebens wieder geschlossen. Wenn sich die Menschen versöhnen und begangenes Unrecht einer am anderen wieder gut machen, werden sie freigesprochen.Jom Kippur ist ein strenger Fastentag. Die Gläubigen bleiben den ganzen Tag über in der Synagoge. Beim Gottesdienst am Vorabend wird das bekannte Kol Nidre Gebet von Kantor gesungen. Kol Nidre heisst "alle Gelübde". Das Gebet besagt, dass Versprechungen, die man sich selbst und Gott gegenüber nicht eingehalten hat, ausgelöscht werden. Die Menschen beten auch für ihre Verstorbenen und zünden am Vorabend Kerzen für sie an.

Die Synagoge ist wie am Rosch Haschana ganz in weiss gehalten. Zur Mittagszeit wird aus dem Buch Jona vorgelesen. Dieser Prophet predigte den sündigen Bewohnern von Ninive Gottes Strafgericht, wenn sie nicht von ihren bösen Taten umkehrten. Daraufhin liessen sie von ihren Sünden ab und wurden gerettet. Am Ende des Versöhnungstags erklingt in der Synagoge ein langer Schofarton.

In der Geschichte des israelisch-arabischen Konfliktes ist Jom Kippur mit einem Krieg verbunden. Am Versöhnungstag 1973 (6. Oktober) wurde Israel von Ägypten und Syrien angegriffen, da an diesem Tag das gesamte öffentliche Leben, auch das gesamte öffentliche sowie das politische und militärische Leben ruhte.