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Alte Synagoge in Baden-Baden, Architekt: Ludwig Levy, 1899 erbaut, 1938 zerstört

 

Rosch Haschana

heisst "Kopf des Jahres" und ist das jüdische Neujahrsfest. Es wird im Herbst, im Monat Tischri begangen. Zum Neujahrsfest in der Synagoge gehört der Schofar, das Blasinstrument aus einem Widderhorn. Nach festgelegtem Ritus werden verschiedene Töne darauf geblasen, um einerseits die Menschen zur Besinnung aufzurufen und andererseits das Lob Gottes zu verkünden.

Autor Foto: Cilla BrandDie vorherrschende Farbe in der Synagoge ist weiss, als Symbol der Reinheit. So sind der Vorhang des Toraschrankes, die Decke auf dem Vorbeterpult, die Kleider des Vorbeters und zum Teil sogar aller Betenden aus weissem Stoff. Die Menschen grüssen sich am Neujahrsabend und an den darauffolgenden Tagen mit "zu einem guten Jahr mögest Du ins Buch des Lebens eingetragen sein".

Beim feierlichen Essen zuhause brennen wie an jedem Festtag Kerzen. Es wird der Segen über Brot und Wein gesprochen, wobei das Brot diesmal in Honig statt in Salz getaucht wird. Nach dem Segen ist es Brauch, Apfelstücke in Honig zu essen, als Symbol der Hoffnung auf ein gutes "süsses" Jahr.

Am Neujahrstag beginnen die "zehn Tage der Umkehr". Nach der Überlieferung wird das Buch des Lebens vor dem Richterstuhl Gottes aufgeschlagen. In diesem Buch sind die Taten der Menschen festgehalten. Am ersten Tag, d.h. am Neujahrstag wird das Urteil geschrieben, und am zehnten Tag wird es besiegelt. Dies ist der Versöhnungstag, Jom Kippur. Die zehn Tage sollen den Menschen die Möglichkeit geben zur Selbstbesinnung, zur Reue über unrechte Taten und zur Bitte um Versöhnung bei den Mitmenschen, denen man Böses angetan hat.