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Alte Synagoge in Baden-Baden, Architekt: Ludwig Levy, 1899 erbaut, 1938 zerstört

 

Purim

ist ein freudiger Gedenktag zur Erinnerung an die Errettung der Juden in Persien, die im Buch Esther beschrieben wird. In diesem Buch geht es um die jüdische Minorität, die um ihrer andersartigen Bräuche willen verfolgt wurde. Es wird berichtet, dass der Perserkönig Achaschwerosch von seinem Minister Haman angestachelt wurde, alle Juden in seinem Reich umbringen zu lassen. Dies sollte an einem besonderen Tag, den er durch das Los (= Purim) bestimmte, geschehen. Esther, die jüdische Ehefrau des Königs, erfuhr rechtzeitig davon. Sie fastete drei Tage lang und hiess die jüdischen Bewohner der Hauptstadt Susa, dasselbe zu tun. So fühlte sie sich gestärkt und wagte es, den König in dieser brisanten Angelegenheit umzustimmen. Es gelang. Die Juden erhielten die Erlaubnis, sich an dem vom Los bestimmten Tag zu wehren und sich an ihren Feinden zu rächen.

Purim in IsraelVor Purim wird - in Erinnerung an die Fastentage der Königin Esther - einen Tag lang gefastet. Am Festtag selber wird zwar gearbeitet, aber er wird - wie schon im Buch Esther beschrieben - mit einem Festmahl, mit dem Verschenken von traditionellem Gebäck (sogenannte Hamantaschen, die die Ohren des bösen Ministers Haman darstellen) und mit Spenden an die Armen gefeiert. Es gibt viele, lokal unterschiedliche Bräuche für diesen Tag. Besonders beliebt ist das Kostümieren der Kinder und das Aufführen der Purimspiele, die meist die Esthergeschichte zum Inhalt haben. Beim Vorlesen des Buches Esther in der Synagoge dürfen die Kinder immer dann die Geschichte lautstark unterbrechen, wenn der Name des bösen Ministers Haman fällt.